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600-Jahr-Feier

Gemeinde Lehe/Ems
 
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600-Jahr-Feier

Vorwort
Dass im Jahre 2000 mehr als 1000 Leher und Butenleher ein 4-tägiges Fest veranstalteten, um den 600. Geburtstag ihres Dorfes zu feiern, hat der Leher Leibeigene Hermann Grip sicher nicht ahnen können, als er am 22. Januar 1400 mit seinem Vertragspartner Coip van Hede (auch Oltmanns genannt) in Aschendorf vor dem Richter Sweder Rorynck erschien, um sich aus der Hörigkeit freizukaufen. Wir, die Nachfahren des besagten Hermann Grip, betrachten nämlich den damals beurkundeten Vertrag als ersturkundliche Erwähnung der Bauernschaft Lehe; ein älterer Beleg ist bislang nicht gefunden worden. Und wir waren alle der Meinung, dass dieser 600. ''Geburtstag'' in angemessener Weise zu feiern sei.

Die Vorbereitungen
Bereits im Jahre 1997 wurden erste Überlegungen angestellt, in welcher Weise dieses Jubiläum gestaltet werden könnte. Konkret wurden die Überlegungen aber erst, als in einer Gemeinderatssitzung beschlossen wurde, dem Heimatverein die Federführung bei den vorbereitenden Arbeiten zu übertragen. Der Heimatverein gründete darauf hin einen ''Arbeitskreis 600-Jahr-Feier'', dem folgende Personen angehörten: Hubert Heitker, Engelbert Determann, Hermann Jansen, Johannes Hegemann, Rita Sebers, Johann Sebers, Johannes Zumsande, Auguste Jansen, Heiner Wilken und Ludger Koop. (Diesem Kreis standen übrigens bis zum Festauftakt insgesamt 31 Arbeitssitzungen bevor.) Im Arbeitskreis war man sich schnell einig: Nicht die Leher Vereine und ihre Mitglieder, sondern möglichst alle Leher Bürger sollten auf vielfältige Weise dieses Fest gestalten. Kernstück des Jubiläums sollte sein, den jüngeren Lehern und den Festbesuchern zu zeigen, aus welchen Tätigkeiten das Leben unserer Vorfahren vor hundert und mehr Jahren bestand. Wie z.B. damals Holzschuhe gefertigt wurden, kann den Zuschauern natürlich nur gezeigt werden, wenn man ihnen auch Zeit zum Beobachten gibt. Die Zeit zum intensiven Betrachten hätten die Zuschauer jedoch nicht gehabt, wenn man die einzelnen Handwerksstände auf festlich geschmückte Wagen verfrachtet und diese per Trecker durch die Orte gezogen hätte, wie man es andernorts häufig beobachten konnte. So kam man auf die Idee, auf einem großen Feld einen Platz mit historischen Ständen aufzubauen. Anhand einer Ortskarte wurde Lehe in 22 Strassen, Strassenabschnitte und Ortsteile eingeteilt. Jedem Bezirk sollte ein bestimmtes Handwerk oder eine bestimmte Tätigkeit zugeordnet werden. Die betreffenden Anwohner sollten dann ihre ''Aufgabe'' in eigener Regie ausgestalten.

Die Planung
Ort, Zeit und Dauer der Feierlichkeiten waren schnell festgelegt: Dem Anlass entsprechend wurden 4 Tage Dauer für angemessen gehalten. Mit einem Dankgottesdienst sollte alles beginnen, gefolgt von einem offiziellen Kommers- und einem sich daran anschließenden Heimatabend, einem Tanzabend für alle Leher und Butenleher, einem Kindernachmittag, einer Veranstaltung für die Jugend, einem Festumzug und als krönenden Abschluss die Darbietungen auf dem Festplatz mit den dort aufgebauten historischen Ständen. Als Ort wurde ein Platz im Altdorf für angemessen gehalten. Johannes Hegemann hatte zugesichert, rund 4 Hektar Ackerfläche auf dem Flach für den Festplatz herzurichten. Mit diesen Festlegungen ging man in die Bürgerversammlung am 08. September 2000. Gut 100 Leher waren im Saal Mammes erschienen. Unser Bürgermeister stellte das Grobkonzept vor und gab dann allen Anwesenden Gelegenheit, zum bisherigen Stand der Planungen Stellung zu beziehen. Das Konzept wurde in seinen Grundzügen nicht in Frage gestellt. Der Arbeitskreis hatte den meisten Bezirken bereits Aufgaben (Handwerke und Tätigkeiten) zugeordnet und hoffte, nicht allzu viel Widerspruch zu ernten. Im wesentlichen waren die Anwesenden mit den ihnen zugedachten Aufgaben einverstanden. Aus jedem Bezirk wurde ein Ansprechpartner bestimmt bzw. gewählt, der mit den Anwohnern seines Bezirks das weitere Vorgehen organisieren und Kontakt halten sollte zum engeren Arbeitskreis. Zahlreiche Tipps, Anregungen und Hinweise aus der Versammlung zeigten, dass das Interesse der Leher groß war.
Um möglichst viele Autofahrer auf der B70 auf unser bevorstehendes Jubiläum aufmerksam zu machen, wurde beschlossen, einen 8,50 m langen LKW-Anhänger mit MDF-Platten zu verkleiden, entsprechend zu beschriften und abwechselnd am nördlichen und südlichen Ortseingang an der B70 aufzustellen. Johannes Hegemann, Hermann Jansen, Johann Sebers und Hubert Heitker richteten den Wagen her; Klemens Sievers sorgte für die farbliche Ausgestaltung.

Der Jubiläumswald
Ein zusätzliches Element für das bevorstehende Jubiläumsjahr war vom Bürgermeister ins Gespräch gebracht worden: Es sei angebracht, im Jubiläumsjahr einen großen Jubiläumswald mit 600 Laubbäumen auf dem gemeindeeigenen ''Spiek'' - einer ca. 2,5 ha großen Fläche in der Emsmarsch - anzulegen. Möglichst viele Leher sollten sich an dieser Pflanzaktion beteiligen. Und so geschah es: Am Samstag, den 22. Januar 2000, dem eigentlichen Geburtstag unseres Dorfes, wurde der Anfang gemacht, indem man dort 3 Eichen pflanzte. Anstelle einer ''Geburtstagsfeier'' wurde nachmittags in einer Sitzung des erweiterten Arbeitskreises, also mit den Ansprechpartnern der 22 Bezirke, der bisherige Stand der Festvorbereitungen erörtert und das weitere Vorgehen beraten. Die eigentliche Pflanzaktion fand am 04. März statt. Trotz nasskalter Witterung herrschte am Mersmanns Busch reger Betrieb. Viele Leher Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene kamen, pflanzten und gingen. Um die Mittagszeit waren 2000 Bäume gepflanzt (auf Anraten des Försters Rehbock hatte man die Zahl der Laubbäume um 1400 erhöht). Nach getaner Arbeit gab es im ''Struven Hus'' eine kräftige Erbsensuppe als wohlverdienten Lohn.
Nach dieser Pflanzaktion schloss sich am Nachmittag eine Sitzung des erweiterten Arbeitskreises, also mit den Ansprechpartnern der 22 Bezirke an, wo der bisherige Stand der Vorbereitungen erörtert und das weitere Vorgehen beraten wurde. 

Die Fahne und die Münze
Auf einer Gemeinderatssitzung wurde angeregt, eine Fahne zu entwerfen und sie den Lehern zum Selbstkostenpreis anzubieten. 50 Leher zeigten Interesse, und so konnte man ihnen Mitte des Jahres eine 80 x 200 cm große, grüngelbe Fahne, verziert mit dem Leher Wappen, zum Preis von 50,00 DM anbieten.
Die Filiale der Aschendorfer Bank traf Vorbereitungen, Gedenkmünzen in limitierter Auflage herauszugeben. Eine Seite sollte die Leher Kirche mit der Schrift ''600 Jahre Lehe - 1400 - 2000'' zeigen, auf der Rückseite sollte das Leher Wappen eingeprägt sein.

Die Sonnenblume
Lehe sollte - so war es festgelegt worden - im Jubiläumsjahr ganz im Zeichen der Sonnenblume stehen. Alle Vorgärten sollten nach Möglichkeit mit dieser Blume geschmückt sein. Viele Leher holten sich den vom Verein Handel, Handwerk und Gewerbe kostenlos zur Verfügung gestellten Sonnenblumensamen und legten ihn in ihre Vorgärten. Mit großem Erfolg, wie man an den Festtagen feststellen konnte. So war es für den VHHG naheliegend, gleichzeitig einen Wettbewerb um die längste und schönste Sonnenblume auszuloben. Rita Zumsande (Neuleher Straße) gewann den 1. Preis im Wert von 100,00 DM. Ihre Blume hatte die stattliche Höhe von 2,95 m erreicht, der Blütenkorbdurchmesser betrug 13 cm. 10 cm höher war die von Manfred Kipry gezüchtete Blume, der Blütenkorbdurchmesser betrug jedoch lediglich 7 cm (2. Preis). Der 3. Preis wurde an Anni Thieke verliehen (Höhe der Sonnenblume: 2,50 m / Korbdurchmesser: 14 cm).
Für unsere Grundschüler hatte Lehrer Wawrzinek ein Preisausschreiben mit Fragen über Lehe ausgearbeitet. Die ersten 3 Gewinner bei diesem Wettbewerb: 1. Preis Tina Ahrens, 2. Preis Annika Jordan.

Das Preisausschreiben
Der Heimatverein hatte für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis einschließlich 10 ein etwas umfangreicheres Preisausschreiben ausgetüftelt unter dem Motto: ''Was ich über Lehe weiss - Was ich über Lehe wissen sollte." 70 Fragen - von leicht bis schwer. 43 Schüler/-innen holten den zehnseitigen Fragebogen ab, 31 gaben ihn ausgefüllt zurück - mit erstaunlich guten Ergebnissen: Im Durchschnitt waren von den 70 Fragen knapp 65 richtig beantwortet worden. 3 Schüler hatten alle 70 möglichen Punkte erreicht, und so musste das Los entscheiden. Dabei gewann Norbert Trecksler den 1. Preis (150,00 DM), Günther Tellmann den 2. Preis (125,00 DM) und Heiner Trecksler konnte sich über den 3. Preis (100,00 DM) freuen.

Der Globus
Im Frühjahr hatten sich Vertreter aller Leher Vereine getroffen, um über ein passendes Geburtstagsgeschenk für die Gemeinde nachzudenken. Mehrere Vorschläge waren ins Spiel gebracht worden. Nach langem Hin und Her entschied man sich mehrheitlich dafür, eine ca. 3 m hohe, durchsichtige Weltkugel herstellen zu lassen. Der Globus wurde in den Jugendwerkstätten der Johannesburg in Surwold gefertigt. Die Längen und Breiten wurden aus Edelstahl gebogen, daran wurden die aus Kupferblech geschnittenen Kontinente befestigt. Das Material lieferte die Leher Firma J&K. An der Finanzierung dieses Geschenks beteiligten sich alle Leher Vereine und Gemeinschaften entsprechend ihrer Finanzkraft. Das Projekt sollte absolut geheim bleiben, wurde aber schon einige Tage später zum Gesprächsstoff in ganz Lehe. 

Die Wochen vor dem Fest
In den Wochen vor dem Jubiläum veränderte Lehe sein Gesicht. Nach und nach begannen die Bürger damit, uralte Werkzeuge und kleine landwirtschaftliche Maschinen und Geräte herauszuputzen und in die Vorgärten oder an die Straßen zu stellen. Stattliche Gemeinschaftsprojekte entstanden, u.a. der ''Ochse Anton'', der die Besucher des Altdorfes begrüßte. Vereinzelt konnten auch szenische Darstellungen mit selbstgefertigten, lebensgroßen Puppen bestaunt werden.
Die Natur- und Umweltgruppe, eine knapp 40-köpfige Kinder- und Jugendgruppe der Pfarrgemeinde unter der Leitung von Johannes Zumsande, Beate Wilken, Kerstin Fahling und Holger Abels, bezog einige Tage vor dem Fest ein mehrtägiges Lager in einer Wagenremise des ''Struven Hus'', um tatkräftig bei der Errichtung mehrerer Vereins- und Spielstände und bei der Ausgestaltung der Festzeltbühne mitzuhelfen. Diese Gruppe war schon im Frühjahr bei der Dorfverschönerungsaktion mit Sonnenblumenpflanzen äußerst aktiv.
Rund 10 Tage vor Festbeginn begannen einige mit der Errichtung ihrer Stände.
Die meisten Gruppen hatten in monatelanger Vorarbeit Teile ihrer Stände vorgefertigt, sodass man sie auf dem Festplatz nur noch zusammenschrauben musste. Reger Betrieb herrschte zeitweise auf dem Festplatz, da die Ausgestaltung viel Zeit in Anspruch nahm. Pünktlich zum Festbeginn waren die Arbeiten getan, und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Es war ein komplettes Dorf im Kleinformat entstanden.
Das Fest konnte beginnen.

Der Kommers- und Heimatabend
Die Plätze im 850-Personen-Festzelt waren praktisch alle besetzt, als Dr. Hermann-Josef Zumsande zusammen mit Pater Bernhard Zumsande und Pfarrer Dietrich Sandern die Anwesenden in plattdeutscher Sprache begrüßte. Die Festpredigt hielt Pater Bernhard Zumsande. Musikalisch begleitet wurde der Dankgottesdienst von unserem Kirchenchor und 2 Gitarrenspielerinnen. Der Kirchenchor und der Sportverein hatten sich neue Fahnen angeschafft, die während des Gottesdienstes gesegnet wurden.
Die Klöppelmusikanten des Heimatvereins unter der Leitung von Rita Sebers, Maria Cloppenburg und Vera Tellmann eröffneten mit dem Lied ''In Lehe läwet Lüh van´t Land'' - einem eigens für diesen Abend getexteten Lied - den offiziellen Kommersabend. Unser Bürgermeister Johannes Zumsande begrüßte die Anwesenden, ging kurz auf die Geschichte unseres Dorfes ein und gab einen Einblick in die künftigen Vorhaben. Wohltuend kurz, aber nicht minder gehaltvoll die Grußworte des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages Rudolf Seiters, des EVP-ED-Fraktionsvorsitzenden im Europäischen Parlament Professor Dr. Hans-Gert Pöttering, unseres CDU-Landtagsabgeordneten Bernd Busemann, des stellvertretenden Landrates Hanekamp und unseres Samtgemeindebürgermeisters Johann Franzen. Für die Kirchengemeinde überbrachte Pfarrer Dietrich Sandern die besten Wünsche für die Zukunft. Stellvertretend für die Leher Priester und Ordensfrauen beglückwünschte Schwester Eva-Maria Siemer ihre Heimatgemeinde. Das Geschenk der Leher Vereine übergab der Schützenbruderschaftsvorsitzende Hubert Heitker - den besagten Globus. Weitere Grußworte folgten, bevor unser Oberkreisdirektor Hermann Bröring den Festvortrag hielt und resümierend feststellte, Lehe sei ein intaktes und hoch lebendiges Dorf.
Mit einer besonderen Überraschung konnte unser Bürgermeister aufwarten. Rechtzeitig zum Jubiläum, so gab er bekannt, wurde am 2. Juli der 1000. Leher Einwohner geboren: Luka-Andreas Reiners. Der stolze Vater Andreas nahm für sich und für seine Familie die Glückwünsche der Gemeinde und ein kleines Präsent entgegen. Von allen Festteilnehmern wurde er mit rauschendem Beifall bedacht.
Nach dem offiziellen Teil übernahmen Rita Sebers und Auguste Jansen die Moderation. Die Jazz-Dance-Gruppe des SuS Lehe unter der Leitung von Antje Tabel führten 2 Tänze auf (den CanCan und den ''Thriller'' von Michael Jackson) - mit großem Erfolg. Die Lacher auf ihrer Seite hatten Lene Terfehr, Bernd Zumsande und Leo Schade von der Laienspielschar mit ihrem von Maria Wocken einstudierten, platt-/hochdeutschen Sketch ''Das Rezept''. Moderiert von Hans Runde präsentierten die Mitglieder der von Erika Runde geleiteten Gymnastik-/Turngruppe historische Trachten. Heinz Wocken und Engelbert Determann hatten sich kurzfristig zum Dorfrock-Duo zusammengetan und konnten die Zuhörer von der Tatsache überzeugen (was aber die meisten schon immer vermutet hatten), dass es nämlich ein Unterschied ist, ''of Du arm büss oder riek''.
Mit dem gemeinsam gesungenen ''Leher Leeid'', getextet im Jahre 1978 vom damaligen Kirchenchordirigenten Hermann Schwenke, klang der Kommers- und Heimatabend aus.

Das Bürgerfest
Am Freitagabend begann um 19:30 Uhr das Bürgerfest für alle. Rund 700 Leher und Butenleher waren gekommen. Manche hatten sich seit mehr als 30 Jahren nicht mehr gesehen. Zum Tanz spielte die von vielen Schützenfesten her bekannte Gruppe ''Nightfever''.

Kindernachmittag und Jugendfete
Der Samstagnachmittag war den Kindern vorbehalten. Die Eltern-Kind-Gruppe hatte für die Kleinsten eine Spiel- und Bastelecke hergerichtet. Der Kindergarten Neulehe hatte einen Parcours mit Bewegungsspielen aufgebaut. Unsere Grundschule bot Spiele aus alten Zeiten an. Die Landjugend hatte sich ein ''Spiel ohne Grenzen'' und einen Luftballonwettbewerb ausgedacht.
Beim Stand des Imkermeisters Rudolf Jansen hatten die Kinder Gelegenheit, Kerzen aus reinem Bienenwachs zu ziehen.
Die Katholische Frauengemeinschaft bot während des Nachmittages Kaffee und Kuchen im Festzelt an.
Abends kamen die Jugendlichen zu ihrem Recht. 500 Jugendliche und Erwachsene waren gekommen, um die Gruppe ''Dorfrock'' unseres Heimatvereins zu hören, die 23 Oldies, vorwiegend aus den 50er und 60er Jahren spielte. Danach gingen die Leute von ''Strang Daze'' an die Instrumente und spielten aktuelle Stücke aus den Charts.

Der Festumzug
Am Sonntagnachmittag herrschte Hochbetrieb zu beiden Seiten der Neuleher Straße. Die Festumzugsteilnehmer nahmen Aufstellung. Ein Chaos unterblieb, da die Plätze nummeriert waren und jeder Fahrzeugführer und jede Fußgängergruppe anhand zugeteilter Nummern wussten, wo sie sich aufzustellen hatten. Abgesichert wurde der Festumzug von der Freiwilligen Feuerwehr Dörpen.
Eine bange Frage blieb: Der Himmel über Lehe war wolkenverhangen. Wie lange würde das Wetter mitspielen? In Meppen und Umgebung, so war zu hören, regnete es seit 11:30 Uhr. Mehrere tausend Besucher säumten die Strassen entlang der Festumzugsroute Neuleher Straße - Dorfstraße - Bergstraße - Ostenstraße - Sprenkelderstraße - Struven Patt und Hofbrehnweg, als sich der Zug in Bewegung setzte. Zunächst konnten die Zuschauer 53 alte motorisierte Fahrzeuge bestaunen: Motorräder u.a. der Fabrikate DKW, Indian, Zündapp, NSU Max, Horex Regina und Heinkel; Autos, u.a. Messerschmidt, Isetta, Goggo, Mercedes, DKW, Heinkel, Opel 1 und 2, Fiat, Adler und Citröen CV und Trecker der Marken Deutz, Fendt, Hanomag, Lanz, Nordtrak, Güldner, Kramer, MAN, Fahr, Holder, I-H-C und Kramer. Das älteste Motorrad war eine Zündapp DB aus dem Jahre 1928, das älteste Auto ein Adler, Baujahr 1939 und der älteste Trecker ein Deutz aus dem Jahre 1934.
Danach machten sich im 2. Teil des Festumzuges die Fußgänger auf den Weg. Alle Leher Vereine, Gruppen und Gremien nahmen in Abordnungen Teil. Vertreter aller 22 Stände beteiligten sich, die meisten in historischen Trachten. Sie hatten fast alle Teile aus ihren historischen Ständen mit auf den Weg genommen, sodass unschwer zu erkennen war, welches Handwerk oder welche Tätigkeit sie auf dem Festplatz zeigen wollten. Als Fußbekleidung hatten viele Teilnehmer Holzschuhe gewählt, nicht gerade das bequemste Schuhwerk für die knapp 4 km lange Strecke. Ältere Leher hatten die Gelegenheit, in schönen Kutschen mitzufahren. Etwa 30 Senioren nahmen dieses Angebot dankbar an.
Wie beeindruckend der Festumzug war, konnten eigentlich nur die Zuschauer am Straßenrand miterleben; die Umzugsteilnehmer selbst konnten sich von der gesamten Vielfalt und Pracht erst Tage später per Video überzeugen.
Nach knapp eineinhalb Stunden waren alle Umzugsteilnehmer auf dem Festplatz angekommen. Die meisten Zuschauer, die vorher an den Straßen gestanden hatten, begaben sich ebenfalls auf den Platz, um sich in Ruhe frühere Handwerkskunst und frühere Tätigkeiten anzuschauen. An vielen Ständen wurden Köstlichkeiten und selbstgefertigte Gebrauchsgegenstände zum Kauf angeboten. Ein Getränk der ganz besonderen Art gab es auf fast allen Ständen: den Leher Ossenschluck, eine 30%-ige Kräutermischung, die von einer Leeraner Firma eigens für unser Jubiläum kreiert worden war. Über die Geschmacksrichtung dieses Getränks gingen die Meinungen weit auseinander. Kenner der Szene siedelten den Geschmack und das Aroma zwischen dem Haselünner Kräutertropfen HKT und dem Bullenschluck an.
Um ca. 17:00 Uhr, als das Fest praktisch zu Ende war, begann es in Strömen zu regnen. In kurzer Zeit standen Teile des Festplatzes unter Wasser. Der Platz war wie leer gefegt, das Festzelt dafür um so voller. In lockerer Atmosphäre ließ man das Fest ausklingen.

Resumee
Unsere Kinder und Enkelkinder werden im Jahre 2050 - bei der 650-Jahr-Feier unseres Dorfes - ihren Kindern und Enkelkindern sicher noch erzählen können, wie schön es war, damals in den letzten Augusttagen des Jahres 2000.


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