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Lehe - Heute & Früher

Ersturkundliche Erwähnung:

Ursprünglich war Lehe eine kleine Bauernschaft am Rande des Emstales, im Bereich des heutigen Altdorfes. Das 600-jährige Bestehen, welches Lehe im Jahr 2000 feiern konnte, hat die Gemeinde einem eher unbedeutenden Ereignis aus dem Jahre 1400 zu verdanken: Damals, am 22. Januar erschienen der Leibeigene Hermann Grip aus Lehe und Coip van Hede (auch Oltmanns genannt) vor dem Aschendorfer Richter Sweder Rorynck zwecks eines für den Leher Hermann Griep sehr bedeutenden Rechtsgeschäfts: Er kaufte sich mittels einer bestimmten Geldsumme frei. Er wurde also von Coip van Hede aus der sogenannten Hörigkeit entlassen. Dieser Vertrag wurde vom Richter Rorynck beurkundet, und dieser Vertrag gilt als ersturkundliche Erwähnung unseres Dorfes Lehe.

Die Ursprünge:

Sicherlich ist Lehe viel älter. Es gibt Vermutungen, dass es im Bereich unseres Altdorfes erste Ansiedlungen bereits zur Zeit Karls des Großen (also um 800 n. Chr.) gegeben hat. Ein urkundlicher Beleg ist bislang aber nicht gefunden worden. Über die Bedeutung des Ortsnamens Lehe gibt Anton Busemann in seinem Werk 'Samtgemeinde Dörpen - Ein Raum mit Geschichte' (S.35) Auskunft: Der Ortsname Lehe ... geht auf das gotische ´Hlew´ zurück, welches in der Abwandlung ´hleow´ soviel bedeutet wie Schutz. Die Siedlung ist an einer Stelle entstanden, die vor Sturm- und Hochwasser Schutz bot. Es gab 16 Höfe beiderseits der heutigen Dorfstraße im Altdorf; dazu die beiden Devermühlener Höfe ´Zur Norderdever´ (heute Zurborn) und ´zur Süderdever´ (heute Cloppenburg). Hinzu kam der in alten Karten häufig gesondert ausgewiesene, auf einer Anhöhe in der Emsmarsch gelegene Hof Mershaus (Mersmann). Einen Verkaufsweg nach Aschendorf und Dörpen gab es; der alte Heerweg, später Chausseestraße genannt - die heutige B70. Östlich des Heerweges gab es nur Heide und Moor, aber kaum Wald. Jeder Hof besaß schmale, langgestreckte eigene Ackerflächen auf den Fluren Hofbrehn, Flach, Müggenkamp, Amtsacker und Drohn (dem heutigen Gebiet zwischen dem Altdorf und unserer Kirche). Es war ein durchweg ertragreicher Eschboden, der jahrhundertelang durch Dung, vermischt mit Plaggen (Heide- und Grasnarben) kultiviert worden war. Wenn es stimmt, dass ein guter Eschboden jährlich um rund 1mm wächst, so muss der stellenweise 1m dicke Eschboden schon vor 1000 Jahren bewirtschaftet worden sein. Angebaut wurde vor allem Roggen. Kartoffeln wurden erst nach dem Jahre 1800 großflächig angebaut. Die Gebiete östlich der heutigen B70 und in den Emsniederungen gehörten allen Hofbesitzern gemeinsam (Allmende). Einer Viehschätzung aus dem Jahre 1545 zufolge hielt man an Nutzvieh Kühe, Ochsen, Rinder, Schweine und Schafe. Über eine handwerkliche Nebentätigkeit unserer Vorfahren berichtet ein Leutnant Flensburg (der 1788 an der Gründung der emsländischen Moorkolonien, also auch Neulehe, beteiligt war) in einem Brief: ... alles strickt hier, was nur Hände hat, Bauer und Bäuerin, Kinder, Knecht und Magd vom fünften Jahr des Alters bis ins Grab. So wie die Arbeiten, die den Acker betreffen, freie Muße geben, sitzt alles beim Feuer oder im Schatten zum Stricken. Der Knecht strickt hinter dem Mistwagen, unterwegs, wenn er zum Acker, zur Wiese oder sonst über Land geht: so die Magd, so alle Hausgenossen; der Schäfer den ganzen Tag hinter den Schafen; und man findet selten hier den Landmann auch über Weges ohne Strickzeug...(aus: Franz Bölsker-Schlicht, 'Bevölkerung und soziale Schichtung im nördlichen Emsland vom 17. bis zum 19. Jahrhundert' Sögel 1994, S.15) Die Zahl der Haushalte bzw. Familien und damit der Einwohner stieg in den vergangenen Jahrhunderten in Lehe nur sehr langsam: Gab es kurz nach dem 30-jährigen Krieg (1652) 36 Familien mit 182 Einwohnern in Lehe, gab es 100 Jahre später 47 Familien mit 250 Einwohnern. Weitere 100 Jahre später (1848) gab es erst 68 Wohnhäuser mit 355 Einwohnern.

Der Ortskern:

Dass sich unser Dorf Lehe aus dem Altdorf heraus in Richtung Osten beiderseits der heutigen Bundesstraße entwickelte, hat einen besonderen Grund: Ab 1902 wurde der Wunsch der Leher immer stärker, eine eigene Kirche zu bauen, um nicht allsonntäglich zur Amanduskirche nach Aschendorf laufen bzw. fahren zu müssen. Nach langem Hin und Her über den Standort des Gotteshauses im Altdorf machte das damalige Generalvikariat den überraschenden Vorschlag, die Kirche an der Chausseestraße (dem jetzigen Standort) zu bauen, auch mit der Begründung, dass dann die Devermühlener und die Neuleher, die erst 1951 ein eigenes Gotteshaus bekamen, einen kürzeren Weg zu ihrer Kirche hätten. Dieser Vorschlag wurde von vielen Lehern zunächst mit sehr viel Skepsis aufgenommen, aber dann doch in die Tat umgesetzt, und so konnte man im Februar 1914 das 1. hl. Messopfer in der Leher Herz-Jesu-Kirche feiern. Im Jahre 1930 entstand neben der Kirche die Kath. Volksschule Lehe. Nach und nach wurden immer mehr Häuser beiderseits der heutigen B70 gebaut.

2. Weltkrieg in Lehe:

Lehe ist in geschichtlicher Hinsicht ein unbedeutendes Dorf, und doch gibt es einige Tage, die vielen älteren Lehern in schmerzlicher Erinnerung geblieben sind: Gegen Ende des 2. Weltkrieges, im April 1945, als der Krieg schon längst verloren war, versuchten alliierte Truppen, den Küstenkanal von Dörpen her in Richtung Norden zu überqueren. Deutsche SS-Truppen kamen ihnen zuvor und sprengten am 10. April die Küstenkanal- und die Eisenbahnbrücke. Sie konnten jedoch den Vormarsch der Panzerverbände nur 9 Tage lang verzögern. Am Donnerstag, 19. April gelang es den Alliierten (Kanadier, Engländer und Polen), mit Hilfe von Pontons über den Küstenkanal nach Lehe vorzustoßen. Die Rache wegen des nicht eingeplanten Zwangsstopps fiel dementsprechend aus: In 3 Zügen rollten die Panzer in unser Dorf ein und schossen rund 60 Häuser in Brand oder beschädigten sie schwer. Die Leher waren zuvor nach Ahlen, Neulehe oder in andere sicherere Dörfer geflüchtet.

Landwirtschaft:

Die negativen Folgen des Strukturwandels in der Landwirtschaft machten sich in den vergangenen Jahrzehnten natürlich auch in Lehe bemerkbar. War Lehe in den vergangenen Jahrhunderten ein ausschließlich landwirtschaftlich geprägter Ort, mussten in den vergangenen Jahrzehnten viele landwirtschaftliche Betriebe - bedingt durch Preisverfall bei stetig steigenden Betriebskosten - ihre Produktion einstellen. Im Jahre 1952 gab es noch 44 landwirtschaftliche Betriebe. Heute sind es noch 17 Vollerwerbsbetriebe und 6 Nebenerwerbslandwirte. Die verbliebenen Landwirte spezialisierten sich und/oder stellten auf Massentierhaltung um.

Baugebiete:

Vor knapp 40 Jahren begann die Gemeinde Lehe damit, Baugebiete auszuweisen. Dies geschah zunächst gegen den Widerstand der überörtlichen Behörden, die der Auffassung waren, Bauwillige sollten besser gleich in Aschendorf, Papenburg oder Dörpen bauen. Die Gemeinde konnte sich mit ihrem Vorhaben durchsetzen, und so entstanden in kontinuierlichen Abständen neue Baugebiete in Lehe:

1963: Bergstraße/Ringstraße mit 39 Bauplätzen
1980: Nesterende mit 16 Bauplätzen
1982: Waldstraße mit 14 Bauplätzen
1987: Lienenstücke mit 16 Bauplätzen
1994: Am Schwarzen Berg mit 17 Bauplätzen
1995: Im Drohn mit 22 Bauplätzen
1997: Im Esch mit 21 Bauplätzen
2000: Griepsweg mit 23 Bauplätzen

Lehe heute:

Zur Zeit zählt Lehe 382 Haushalte (Stand: 01.12.2002) mit 1046 Einwohnern. Lehe ist gerade für junge Familien wegen der recht günstigen Verkehrslage (an der B70 zwischen den Industrie- und Gewerbegebieten Aschendorf/Papenburg und Dörpen) und wegen der im Vergleich zu diesen Nachbarorten recht günstigen Grundstückspreise interessant geworden. Mit Wirkung vom 01. Januar 1996 wurde Lehe in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Damit erhält die Gemeinde eine Möglichkeit, Zuschüsse für die weitere Entwicklung des Dorfes zu bekommen. Eine Arbeitsgruppe hat eine Liste von 30 Maßnahmen erstellt, sozusagen eine ´lokale Agenda´ (s. ´Hoal aower´, Heft 10/98, S. 53-55).

Gewerbegebiet:

Auf dem Schulbrink, also westlich der B70 in Richtung Küstenkanal, kaufte die Gemeinde in den vergangenen Jahren Flächen auf, um mittelständischen Betrieben die Möglichkeit zu geben, sich in Lehe anzusiedeln. Einige Betriebe haben dieses Angebot bereits genutzt. Etwa 100 Arbeitsplätze wurden hier geschaffen.


© 2008 Gemeinde Lehe/Ems - Update: 26. Okt 2008 - - Anzahl der Besucher: Counter